Kölner Wochenspiegel : Auftakt zu den Turmgeschichten

Mehrsprachige Lesungen im Kalker Wahrzeichen

Donnerstag, 31.03.2016

Kalk (kg). Der Autorenverband Aura09 und die Stadtbibliothek bieten mehrsprachige Lesungen mit Musik an. Das Ziel: Sie sollen alle Nationen und Menschen im Viertel ansprechen. Gefördert wird das Projekt vom Förderverein der Kölner Stadtbibliothek.

Mehrsprachige Lesungen im Kalker WahrzeichenTürkisch-Deutsch machte Mitte März den Anfang: Aura09-Sprecherin und Moderatorin Eva Weissweiler (l.) mit Autorin Monika Seyhan (vorne), Sängerin und Geigenspielerin Sibel Simir, Kanun-Spieler und Bosphorus-Chorleiter Mustafa Seyhan sowie Autor Hidir Eren Celik (v.l.).

„Wir haben etwas gesucht, was zum Stadtteil passt und uns mit den Kollegen zusammengetan“, sagt Dr. Eva Weissweiler, die in Musik- und Islamwissenschaften sowie in Germanistik promovierte. Das altwürdige Ziegelsteinrondell des ehemaligen Wasserturm sei dazu als Veranstaltungsort hervorragend geeignet: „Hier ist man mitten im multikulturellen Leben“, sagt die Sprecherin von Aura09. Der Name des 2009 gegründeten Autorenverbands steht für die Aktion Unabhängiger Rhein/Ruhr-Autoren. Er möchte junge Autoren fördern und eine literarische und politische Diskussionskultur beleben. Der Aura09-Kreis verfasst Romane, Krimis, Kurzgeschichten, Biographien, Sachbücher, Hörspiele und Gedichte. Weissweiler ist Bestsellerautorin. Sie lebt vom Bücherschreiben, arbeitet für die Hörfunksparte des WDR und engagiert sich für das Projekt und den Autorenverband ehrenamtlich.

Die nächste Lesung mit Musik findet in einem deutsch-russisch-bulgarischen Rahmen am 21. April um 18 Uhr statt. Der ukrainische Autor und Literaturwissenschaftler Viktor Kravets wird aus russischer Literatur lesen, die Bulgarin Romjana Zacharievja aus Romanen, Kurzgeschichten und Gedichten. Die ukrainischen Brüder Paul und Aleksej Galaburda werden die Abendvorstellung mit Klezmermusik, mit Klarinette und Gitarre begleiten. Nach der Sommerpause sind Wasserturm-Abende in arabisch-deutsch und in italienisch-deutsch geplant. „Wir wollen schauen, ob das Format so ankommt“, sagt Weissweiler. „Unser Anspruch ist es, nicht elitär zu sein.“ So sollen sich viele Menschen angesprochen fühlen und zu den kostenfreien Stunden mit Lesung und Musik kommen.

 

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