Das Maghreb-Viertel oder Bin ich noch Kalk?

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Herzliche Einladung zu unserer Sonderveranstaltung

Das Maghreb-Viertel oder Bin ich noch Kalk?

im Rahmen des „Höhenberger Lesefrühstücks“ am 13. März 2016, 11 Uhr

Seit der Silvesternacht 2015/16 mehren sich Razzien gegen „südländisch aussehende junge Männer“ in Köln-Kalk, die angeblich alle „Nordafrikaner“ sein sollen. Polizeisprecher halten sie für das „Zentrum der Silvester-Täter-Klientel“, vermuten aber auch Taschendiebe, Hehler und Drogendealer unter ihnen, die das Viertel zunehmend unsicher machten. Die Fahndungserfolge waren bisher gering.

Trotzdem kursiert das Schlagwort vom „Maghreb-Viertel“ oder von „Klein-Marokko“. Deutsche und nicht-deutsche Anwohner äußern sich unterschiedlich. Die einen haben Angst, nachts auf die Straße zu gehen und sprechen von zunehmender Kriminalisierung des Viertels. Die anderen warnen davor, jeden Nordafrikaner zum Kriminellen und jeden Kriminellen zum Nordafrikaner zu machen. Kalk sei seit Jahrzehnten multikulturell geprägt, von Türken, Kurden, Russen, Italienern, Polen und eben auch Nordafrikanern. Auf diese Vielfalt solle man stolz sein, anstatt Menschen aufgrund ihrer ethnischen Herkunft zu diskreditieren.

Wegen der Aktualität der Debatte haben wir den letzten Programmpunkt unseres unter dem Motto „Ich bin Kalk“ stehenden „Höhenberger Lesefrühstücks“ geändert und werden am

Sonntag, den 13. 3. 2016, um 11 Uhr, im Sozialpsychiatrischen Zentrum Kalk, Olpener Str. 114, 51103 Köln

über das Thema „Das Maghreb-Viertel oder Bin ich noch Kalk?“ lesen und diskutieren:

– Dr. Tanja Groß, Stellvertretende Bezirksbürgermeisterin (DIE LINKE)
– Mahdi Alaoui, Künstler und Musiker aus Marokko
– Elisabeth Emmerich, 1. Vorsitzende des Fördervereins Höhenberg
– Monika Seyhan, seit über 40 Jahren mit einem Türken verheiratete Sozialpädagogin und Autorin
– Dr. Pilar Baumeister, seit Jahrzehnten in Kalk lebend, aus Spanien zugewanderte Schriftstellerin
– Winfried Schulz-Romée, Anwohner und Autor
– Dr. Fritz Bilz, Mitgründer der Kalker Geschichtswerkstatt und der Flüchtlings-Initiative „Willkommen in Brück“

Das Programm wird musikalisch begleitet von dem ukrainischen Musiker Paul Galaburda und moderiert von Dr. Eva Weissweiler

Eintritt und belegte Brötchen wie immer frei. Spenden willkommen.

Ein Projekt von: Autorenverband AURA09 e.V., SPZ Kalk, Förderverein Höhenberg, Förderverein für psychisch kranke im Stadtbezirk Kalk und Stadtteil Deutz e.V. Mit freundlicher Unterstützung der Bezirksvertretung Kalk und der städtischen Wohnungsbaugesellschaft GAG

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