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Vierzehn Schriftstellerinnen und Schriftsteller haben sich im Mai 2009 zum Autorenverband AURA 09 (Aktion unabhängiger Rhein-Ruhr-Autoren) zusammengeschlossen. AURA09  will junge Autoren fördern und die literarische und gesellschaftspolitische Diskussionskultur in der Region beleben.

Im August 2009 erinnerten AURA-Mitglieder zusammen mit Politikern, darunter die Kölner Kulturbürgermeisterin Angela Spizig als Schirmherrin und der NRW-Kulturratsvorsitzende Gerhart R. Baum, mit Lesungen an viele der Autoren, deren Nachlässe im März beim Einsturz des Stadtarchivs verschüttet worden sind. Es handelte sich um eine siebenstündige Veranstaltung an verschiedenen Orten in unmittelbarer Nachbarschaft des Unglücksortes im Kölner Severinsviertel. Dort wurde aus Werken von Heinrich Böll, Irmgard Keun, Vilma Sturm, Vilém Flusser, René König, Paul Schallück und vielen anderen gelesen. Hunderte von Zuhörern begleiteten die Vortragenden von Ort zu Ort und spendeten anschließend Geld für die Rettung der versunkenen Archivalien.

Im September 2009 folgte eine Ausstellung mit Fotocollagen des Bildhauers und Fotografen Klaus Kammerichs in der Kirche St. Maternus, in der Heinrich Böll zur ersten Kommunion gegangen ist. Das Motto war Bölls Äußerung über seine “Sehnsucht nach den Trümmern von Köln”, zu der Kammerichs beeindruckende “Trümmerbilder” geschaffen hat. In dieser Umgebung las der Pfarrer von St. Maternus, Josef Emgenbroich, aus den im Manuskript ebenfalls verschütteten Kriegsbriefen Heinrich Bölls an seine Frau Annemarie.

Schließlich fand im Oktober 2009 in Kooperation mit dem Schauspielhaus eine Matinée unter dem Titel “Bruch.Stücke” statt. Hier ging es um verschüttete Kompositionen von Max Bruch, Jacques Offenbach und Ferdinand Hiller, aber auch um Texte von Marx, Schinkel, Boisserée und vielen anderen, die unter den Trümmern des Stadtarchivs liegen.

Zentralthema des Jahres 2010 ist ein sechsteiliger “Literarischer Diskurs” zu Themen wie “Sucht und Süchtige in der Literatur”, Krimi-Autorinnen, das Kriegstrauma in der Gegenwartsliteratur, Schreiben in der Wirtschaftskrise und anderen mehr. Die Auftaktveranstaltung dieser Reihe fand am 19. 1. 2010 statt und behandelte das Thema “Zensiert, verschwiegen vergessen – unterdrückte Literatur in der DDR”. Inzwischen haben drei weitere Veranstaltungen stattgefunden. Für 2011 ist eine Fortsetzung der Reihe geplant.

Weitere wichtige Projekte waren und sind der Lyrikwettbewerb “PostPoetry” für junge Leute zwischen 16 und 25 und der Schreib- und Fotoworkshop “Außenwelt/Innenwelt” für Patientinnen und Patienten der LVR-Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie in Köln-Merheim. Bild- und Textbeispiele dazu finden Sie auf dieser Homepage. Eine große Fotoausstellung mit mehr als 30 Exponaten ist bis Ende des Jahres 2010 im Foyer des Ambulanzgebäudes zu sehen.

Mit unserer Projektarbeit in den Grenzbereichen zwischen literarischen, politischen und psychosozialen Themen verstehen wir uns nicht als Konkurrenz, sondern als Ergänzung zum Verband deutscher Schriftsteller (VS), der sich als Teil der Gewerkschaft ver.di hauptsächlich berufspolitischen Themen widmet. Ob Schriftsteller oder nicht, VS-Mitglied oder Angehörige/r anderer Autorenverbände – bei AURA kann jeder Mitglied werden, der oder die sich für Literatur engagiert und unsere Ziele  fördert.

Registergericht: Amtsgericht Köln/ Vereinsregister-Nr.: 43 VR 16049

 


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